Das Heimatmuseum Moringen besteht aus einer umfangreichen Sammlung aus Handwerk, Haushalt, Landwirtschaft und heimatlichen Exponaten und wurde vom Heimatverein Moringen im Jahr 1979 eingerichtet. Es wurde am 20.06.1981 eingeweiht und an die Stadt Moringen übergeben. Für die Erhaltung und Fortentwicklung sorgt weiterhin der Heimatverein.
Es liegt inmitten der alten Moringer Wasserburg (erbaut 1150 !!), dem späteren Brauhaus. Einen besseren und passenderen Ort kann man sich für ein Museum nicht wünschen.

Im "Burgkeller", im Erdgeschoß und den drei weiteren Etagen werden auf etwa 800 Quadratmetern über 3000 Ausstellungsstücke, Leihgaben und Exponate zur Ortsgeschichte, zum Vereinsleben, vom Handwerk sowie der Moringer Land- und Forstwirtschaft gezeigt.
Im Burgkeller weisen drei Wandmalereien auf die mittelalterliche Geschichte der Stadt Moringen hin.
Das alte Handwerk wird sehr anschaulich zur Darstellung gebracht. So werden unter anderem eine Schmiede, eine Tischlerei, eine Backstube, der Arbeitsplatz eines Radmachers mit seinen Handwerkszeugen dargestellt. Auch eine Maschine zur Herstellung von Zigarren, die der alten Moringer Zigarrenfabrik entstammt, ist ausgestellt.

Immer wieder trifft man in allen Etagen auf große und kleinere alte Uhren. Teilweise haben diese früher ihren Dienst zum Beispiel in der alten Moringer Schule oder einem Kirchturm getan, dann mußten sie irgendwann neueren Vertretern der Zeitanzeige weichen. Nach zum Teil jahrzehntelangem Stillstand ticken aber alle nach einer Generalüberholung wieder.
In Glasvitrinen finden sich viele Exponate wie Handschriften, Bücher, Postkarten, Porzellan und vieles mehr. Selbst alte Kinderwagen, längst völlig unmodern, haben hier eine neue Heimat gefunden. Ein funktionstüchtiger alter Webstuhl bringt Einblick in seine Funktionsweise und das Handwerk eines Webers.

Eine große Vielfalt an aus der Landwirtschaft stammenden Gerätschaften läßt ahnen, wie körperlich schwer doch früher diese Arbeit gewesen sein muß. Die Einfachheit alter Pflüge und Leiterwagen lassen einen Betrachter schon ins Grübeln geraten.
Modelle und auch alte Fotos und Karten zeigen das "alte" Moringen, ebenso wie alte längst überholte Hinweisschilder.
Neben alten Waagen aus verschiedenen Epochen und Anwendungsgebieten fehlen auch alte Radios und Schreib- und Rechenmaschinen nicht. Alles ist mit viel Liebe zum Detail dargestellt. Teilweise werden die Eindrücke durch Wandmalerei verstärkt. Doch schon sehr eindrucksvoll ist ein mannshohes Film-Vorführgerät, das einst im früheren Moringer Kino "Felsenkeller" seine Dienste tat und per Hand angetrieben wurde.

Es kommt alles zur Darstellung, was früher im täglichen Leben von Bedeutung war, manches regt zum Schmunzeln und Lächeln an.
Ein besonderer Stolz der Museumsbetreiber ist die Luther-Bibel aus dem Jahre 1729, die von dem Moringer Karl Knoke zur Verfügung gestellt wurde.

Eine umfangreiche Ausstellung präparierter Tiere aus der Region des Sollings zeigt die heimische Fauna in lebensnaher Umgebung. Die Darstellung der archäologischen Ausgrabungsarbeiten in den Jahren 1989 und 1990 vor Großenrode und ihrer Erkenntnisse, kommt ebenfalls nicht zu kurz.

Im Museum wurde im Jahr 2007 die Sonderausstellung "Rebellen des Waldes" - Wilderer im Solling mit großer Resonanz gezeigt.
Auch für Heinrich Sohnrey, "Dichter und Sozialreformer und seine Bedeutung für die Gegenwart", richtete das Museum eine Sonderausstellung ein.

Der längst abgerissene Bahnhof Moringen wurde mit einem Buch und einer Sonderausstellung im Jahr 2010 gewürdigt.
Im Jahr 2011 erfolgte die Einlagerung der im Museum befindlichen Fahnensammlung (eine der bedeutendsten Fahnensammlungen in Niedersachsen)in einen Paramentenschrank.

Das Museum ist Mittwochs von 9 - 12 Uhr geöffnet und nach Voranmeldung. Der Eintritt ist frei, allerdings ist eine kleine Spende zur weiteren Erhaltung und Ausbaues des Museums schon willkommen und gern gesehen. Über 37.000 Besucher aus dem In- und Ausland haben dieses Museum in den letzten Jahren bereits besucht.
Gern könen Sie sich den Flyer des Museums, der am Ausgang bereit liegt, mitnehmen.

Neu im Museum: Ein Audioguide (elektronischer Führer) leitet Sie durch das Moringer Heimatmuseum. Es ist ganz einfach: Die Museumsapp installieren und mit Hilfe des dort eingebundenen QR-Scanners werden viele Objekte im Museum erläutert.